Am Anfang (© Walkin' Tom 1980s)

Am Anfang war das Licht. Dann ging es wieder aus und der Spot(t) an.

 D-
Schönen guten Abend, Leute, seid ihr alle da?
Dort drüben die Touristen mit Sofortbildkameras
Natürlich auch die Pressefritzen vom Musikkanal
Ganz hinten in der Ecke die netten Herrn vom B.K.A.

    A
 Warum seid ihr gekommen?
      G              D
 Was hat euch hergebracht?
      A
 Das Fahrrad und der Autobus
      G          D
 Für eine lange Nacht

     D                                   A
Die Bühne ist auch nicht sehr groß, die Gage eher knapp
     A                                     G           D
Vom Eintrittsgeld fällt uns nicht mal 'ne gold'ne Nase ab
     D                               A
Die Instrumente sind verstimmt, die Mikros nur gelieh'n
     A                            G                 D
Das Ganze hat bis zu dem Tag die Welt noch nicht geseh'n

 Warum seid ihr gekommen?
 Was ist bloß euer Lohn?
 Ihr hattet schon verloren
 Lang vor dem ersten Ton

Ihr wollt euch hier erholen, bei Spielen und bei Brot
Doch das Leben ist 'ne Bühne und wir haben nicht geprobt
Und wer hat je behauptet, Rock'n Roll sei lieb und fein?
Wir machen's wie die Cowboys: Dreckig, böse und gemein!

 Warum seid ihr gekommen?
 Warum seid ihr dabei?
 Der Eintritt ist zwar billig
 Der Preis aber ist high

 Warum seid ihr gekommen?
 Mann, was hab' ich euch getan?
 Dann muss ich halt gemeinsam
 Mit euch durch die Hölle fahr'n

Echtzeit (© Wolfgang Buck)

Und der Bach fließt ins Tal
Und er schickt sich nicht besonders
Rennt nicht schneller als er muss
Auf dem Weg in den Fluss
Er lässt sich nicht umdrehn
Weil es kommt eh wie's kommt
Und es gluckert im Grund
Und die Sonnenstrahlen tanzen

Ich sag hey hey, ich sag huu...
Nicht so schnell, sonst groovts nicht
Ich sag hey hey, ich sag huu...
Nicht so schnell, lehn dich einfach zurück

Und derweil liegt die Katze
Auf 'm Stein in der Sonne
Und blinzelt einer Mücke hinterher
Sie leckt sich die Krallen
Wälzt den Buckel durch den Sand
Mit'm Bauch in der Luft
Oh, das tut gut

Und drinnen in der Stadt
Hetzen traurige Gestalten
Und meinen sie leben
Dabei zittern die Finger
Und auf dem Bildschirm flimmern
Kurven in Echtzeit
Doch die echte Zeit
Kommt von ganz allein

Hochzeitslied (© Walkin' Tom)

       D              Bm           G
Ach Marie, heut sing ich dir dein Hochzeitslied
            D            Bm        A
Im weißen Kleid und bei blutrotem Wein
        D           Bm
In den Augen ein Schimmern,
      G           Em 
Wenn die Kerzen flimmern
       D                A            D
Ach Marie, ’s hat wohl nicht sollen sein

F#m                     Bm
Die Band baut sich im Kreuzgang auf
Em                  A
Die Instrumente gestimmt
G                      D
Gute Stimmung ist angesagt
          A
Für jedermann, jede Frau, jedes Kind

Die Glocken von Sankt Andrä läuten
Die Tauben kümmert es nicht
Der Pfaffe zetert von Liebe
Weiß er überhaupt, wovon er spricht?

Die Orgel spielt noch ein letztes Lied
Der Trupp marschiert ins Freie hinaus
Aber jeder, der jetzt nicht desertiert
Muss zum Spießrutenlauf

Es regnet Konfetti und Blumen
Die Ringe wurden getauscht
So hebt an! Salut! Hoch die Tassen!
Musikanten spielt auf, dass es rauscht!

In der Nachbarschaft (© Walkin' Tom; M&OT: Tom Waits)

      D          G             D        G
Ich träume noch süß in meinem Luxusquartier
     D           Bm                Em        A
Da klingelt ein Wecker schon früh morgens um 4
Manch Nachbarn kenn ich eigentlich nur vom Gehör
Wenn er sich über volle Müllkübel empört

        D        G            D        G
In der Nachbarschaft, in der Nachbarschaft 
        D   A    D    A
Meiner Nachbarschaft

Morgens Hundestaffeln und mittags Walking-Fraun
Und abends die Spanner die stier’n übern Zaun
Den ganzen Tag donnern die Laster vorbei
Und der Presslufthammermann 
Haut den Asphalt entzwei

Hormongestörte Gören kichern unterm Balkon
Und ein Ameisenheer frisst sich durch den Beton
Der Hausherr richtet das Haus her, 
Auch wenn's ihm schwer fällt
Er will nur unser Bestes, er will unser Geld

Junimond (© Rio Reiser)

Die Welt schaut rauf zu meinem Fenster
Mit müden Augen
Ganz staubig und scheu
Ich bin hier oben auf meiner Wolke
Ich seh dich kommen
Aber du gehst vorbei

Doch jetzt tut's nicht mehr weh
Nee, jetzt tut's nicht mehr weh
Und alles bleibt stumm
Und kein Sturm kommt auf
Wenn ich dich seh

Es ist vorbei
Bye bye Junimond
Es ist vorbei
Es ist vorbei
Bye bye

Zweitausend Stunden hab ich gewartet
Ich hab sie alle gezählt und verflucht
Ich hab getrunken
Geraucht und gebetet
Hab dich flussauf- und flußabwärts gesucht

Doch jetzt tut's nicht mehr weh
Nee, jetzt tut's nicht mehr weh
Und alles bleibt stumm, und kein Sturm kommt auf
wenn ich dich seh

Es ist vorbei
Bye bye Junimond
Es ist vorbei
Es ist vorbei
Bye bye

Land in Sicht (© Rio Reiser)

Land in Sicht, singt der Wind in mein Herz.
Die lange Reise ist vorbei.
Morgenlicht weckt meine Seele auf.
Ich lebe wieder und bin frei.

Refrain:
Und die Tränen von gestern wird die Sonne trocknen,
die Spuren der Verzweiflung wird der Wind verweh'n.
Die durstigen Lippen wird der Regen trösten
und die längst verlor'n Geglaubten
werden von den Toten aufersteh'n.

Ich seh die Wälder meiner Sehnsucht,
den weiten sonnengelben Strand.
Der Himmel leuchtet wie Unendlichkeit,
die bösen Träume sind verbannt.

Refrain... 

Lob des Winters (© Johann Christian Günther)

Verzeiht, ihr warmen Frühlingstage
Ihr seid zwar schön, doch nicht für mich
Der Sommer macht mir heiße Plage
Die Herbstluft ist veränderlich
Drum stimmt die Liebe mit mir ein
Der Winter soll mein Frühling sein

Die Zärtlichkeit der süßen Liebe
Erwählt vor andern diese Zeit
Der Zunder innerlicher Triebe
Verlacht des Frostes Grausamkeit
Das Morgenrot bricht später an
Damit man länger küssen kann

Der Schönen in den Armen liegen
Wenn draußen Nord und Regen pfeift
Macht so ein inniglich Vergnügen
Dergleichen niemand recht begreift
Er habe denn mit mir gefühlt
Wie sanfte sich's im Finstern spielt

Marie Johanna (Die grüne Coerder Heide) (© Walkin' Tom/Trad 2001)

,GOtt läßt auf den Feldern heilkräftige Kräuter wachsen, die ein weiser Mann wohl verwenden soll.' (Jesus Sirach 38,4) - Was ist die deutsche Antwort auf das illegale Whiskey-Brennen? Nun, wir haben dieses Lied von unserer ,Magical Mystery Tour' durch Holland über die grüne Grenze geschmuggelt. Zur Belebung einer alten Tradition: Schließlich wurde schon keltischen und germanischen Gräbern Hanfsamen und Hanfstoffe beigegeben. Hanf war die heilige Pflanze der Liebesgöttin Freya. Karl der Große (742-814) erließ die erste Hanf-Gesetzgebung - er ordnete den Anbau an. Johannes Gutenberg (1397-1468) druckte die Bibel auf Hanfpapier. Martin Luther (1483-1546) nahm einen ,absud' gegen Bronchialbeschwerden. Und unsere Großväter rauchten unbekümmert und unbehelligt ihren ,Knaster'. Gestorben ist an ,GOttes wohlgefälligen Duft' (Salomon) jedenfalls noch niemand - es sei denn an dem Strick, der aus dem Hanf gedreht war.
Die grüne Coerder Heide kann überall sein. Vorschläge: Die Lüneburger Heide, die Magdeburger Börde, ...

    D                           G      D
Gestopft in der Pfeife und als Keks gekaut
     D                     G      D      A
Das Blatt, das Harz, die Blüte und das Kraut
 D                           G       D
Hocken wir zusammen bis der Morgen graut
          D                 A  D
Lass den Rauch aufsteigen, Ma-rie

Halt heut nacht die Augen auf
Die grünen Jungs, die sind schlecht drauf
Sie suchen uns Emsab, Emsauf
In der grünen Coerder Heide

Gestopft in der Pfeife ...

Ein Gramm für Kai, ein Gramm für Tom
Selbst Gisela kennt kein Pardon
Katrin und Erik träumen von
Der grünen Coerder Heide

Gestopft in der Pfeife ...

Dreh dich nach links, dreh dich nach rechts
Die Sterne drehn sich auch nicht schlecht
Wem sich nichts dreht, der hat halt Pech
In der grünen Coerder Heide

Gestopft in der Pfeife ...

Highliger Hanf, was rätst du mir
Die Soko klopft schon an die Tür
Bei uns gibt's weder Schnaps noch Bier
In der grünen Coerder Heide

Doch Highliger Hanf, es ist zu spät
Der Richter nimmt uns ins Gebet
Wasser und Brot gibt's als Diät
In der grünen Coerder Heide

Gestopft in der Pfeife ...

Lass den Rauch aufsteigen - Marie Johanna

X:3
T:Hills of Connemara
C:Trad
M:C
K:D
"D"DDFF A2A2|"G"B2B2 "D"A2F2|"D"DDFF A2A2|"G"G2F2 "A"E2C2|
"D"DDFF A2A2|"G"B2B2 "D"A2FE|"D"D2d2 A2F2|"A"E4 "D"D4|

Mir geht es wie dem Jesus (© Wolfgang Ambros)

Mir geht es wie dem Jesus
Mir tut das Kreuz so weh
Doch Jesus erst mit 30
Mir tut es heut schon weh

Mir geht es wie dem Jesus
Nur hab ich nicht die Klasse
Denn ich verwandle nur den Wein
In Wasser, das ich lasse

  Und wie der Jesus sage ich
  Heiteren Gesichts
  Das Leben ist ein Heidenspaß
  Für Christen ist das nichts

Mir geht es wie dem Jesus
Ich treff nur lauter Blinde
Nur manchmal, wenn ich Glück hab
Gehorchen mir die Winde

Mir geht es wie dem Jesus
Der unter uns geweilt
Die Meisten, die mich kennen
Die sind von mir geheilt

Mir geht es wie dem Jesus
Mit dem ich mich verglich
Denn außer alten Jungfern
Schwärmt niemand mehr für mich

Papst und Sultan (© Ch. L. Noack)

Der Papst lebt herrlich in der Welt
Es fehlt ihm nie an Ablaßgeld
Er trinkt vom allerbesten Wein
Drum möcht ich auch der Papst wohl sein

Doch nein, er ist ein armer Wicht
Ein holdes Mädchen küßt ihn nicht
Er schläft in seinem Bett allein
Drum möchte ich der Papst nicht sein

Der Sultan lebt in Saus und Braus
Er wohnt in einem Freudenhaus
Voll wunderschönen Mägdelein
Drum möcht ich wohl der Sultan sein

Doch nein, er ist ein armer Mann,
Denn folgt er seinem Alkoran
So trinkt er keinen Tropfen Wein
Drum möcht ich auch nicht Sultan sein

Geteilt veracht ich beider Glück
Und kehr in meinen Stand zurück
Doch das geh ich mit Freuden ein
Halb Sultan und halb Papst zu sein

Drum Mädchen, gib mir einen Kuß
Denn jetzt bin ich dein Sultanus
Ihr trauten Brüder, schenket ein
Damit ich auch der Papst kann sein

Das Schönste beim Sport sind die Drogen Gedicht) (© Walkin Tom)



Schwarz Rot Gold (© Walkin' Tom 2011; M&OT: Tracy Curtis - I won't wear the Union Jack)

C                         F
Du sollst stolz auf dein Land sein, aber ich bin's nicht
C                       F
Einfach stolz auf sein Land sein, nein, ich bin's nicht
d                                         G
Ich leb' einfach nur gern hier an diesem Ort ...
C F G

Und jeden Tag der Schwachsinn, der in der Zeitung steht
Eigentlich ein Wunder, dass man nicht durchdreht
Bunte Bilder, Megabrüste, die Botschaft schlicht:
Wir sind Papst, wir sind Lena, Jogi und was-weiss-ich ...

C             Am               F
Ich lieb die Berge, lieb die Flüsse
         G             C
Und den letzten Rest Grün
Doch ich trag niemals schwarz-rot-gold
Und sing nicht vom Alpenglühn

d G

Ich wär gern stolz, ein Mensch zu sein, aber ich bin's nicht
Einfach nur stolz, ein Mensch zu sein, nein, ich bin's nicht
Wir fliegen zum Mars mit unserem Genius
Und benehmen uns dort wie am Hindukusch

Ich lieb die Berge, lieb die Flüsse
Und den letzten Rest Grün
Doch ich trag niemals schwarz-rot-gold
Und sing nicht vom Alpenglühn

I love our rivers, love our coastline, what's left of our green
But I won't wear the Union Jack or sing God Save the Queen

Stadt im Grünen (© Walkin' Tom 1980s/2002)

G
Ein Ort aus Kindertagen
Bm
Die Ampeln rot, das Rathaus blau
Em
Kühle Blicke, dumme Fragen
C
Ach, ich weiss auch nicht genau

Woanders hat's auch nicht so viel gegeben
Der ganze Märchenwald blieb stumm
Wir könn' nix tun als Leben
Und das kriegen wir schon rum

Bm
Ne Stadt im Grünen
Em
Ne Stadt aus Stahl
C                    D
Ne Stadt, die schon immer zweite Wahl

                     G   D
Doch ich bin wieder hier
                C   D
Endlich wieder hier
                        G   D
Vielleicht nur auf ein Bier
                     C   D
Doch ich bin wieder hier

Zwischen Harz und Heide
Nicht mehr Berg und noch nicht offnes Land
Bietest du ne neue Bleibe
Für halb Schlesien, Buchen- und Sudentenland

Du bist so jung, gestrickt mit heisser Nadel
Ne Nazi-Missgeburt, ein Wirtschaftswunderkind
Wir drehn uns ständig um den eigenen Nabel
Die mittendrin, doch nicht im Zentrum sind

Ne Stadt im Grünen ...

Und ich bin wieder hier ...

Hier ist nichts los, nicht jetzt, nicht später
Die alten Schlote rauchen kaum noch mehr
Die Zukunft strahlt eintausend Meter
Unter Feld und unter Straßenteer

Mensch, Alter, wo ist das alles nur geblieben?
Die schönen Worte, arglose Ignoranz
Die heissen Schwüre, die erste Liebe
Die Glut, die mal durch unsre Adern rann

Ne Stadt im Grünen, ne Stadt aus Stahl
Von mir aus "meine" Stadt
Das ist doch alles scheiss egal

Denn ich bin wieder hier ...

Verliebt (© Walkin' Tom)

Wenn du dich mit 6 Jahren verliebst, dann sagen die Leute: Ach, ist das süß!

Wenn du dich mit 16 verliebst, sagen die Leute: Na, wenigstens ist er nicht schwul!

Wenn du dich mit 26 verliebst, sagen die Leute: Wird auch Zeit, dass er endlich heiratet!

Wenn du dich mit 36 verliebst, sagen die Leute: Kein Wunder, seine Ehe war sowieso im Arsch!

Wenn du dich mit 46 verliebst, sagen die Leute: Ausgerechnet in die!

Wenn du dich mit 56 verliebst, sagen die Leute: Der hat's nötig!

Wenn du dich mit 66 verliebst, sagen die Leute: Eine schöne Rente hat er ja!

Wenn du dich mit 76 verliebst, sagen die Leute: Lang macht er's eh nicht mehr!

Wenn du dich mit 86 verliebst, sagen die Leute: So ein alter Depp!

Wenn du dich mit 96 verliebst, sagen alle wieder: Ach, ist das süß!